Mittwoch, 10. August 2011

Über das Bahn fahren

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Der Vorteil am Zug fahren (wenn es schon nicht der Preis ist) ist die Tatsache dass man etwas sieht. Autobahn fahren heißt, einer endlosen Betonschlange zu folgen. Die einzige Abwechslung fürs Auge bieten Lärmschutzwälle, Unfälle und Raststätten. Am Ende sieht aber doch wieder alles gleich aus.
Im Zug fährt man an Städten vorbei. Ganz kurz ist man Teil der Stadt, der Welt in der Stadt. Man sieht Leute im Garten, auf der Straße, am Bahnhof. Man rauscht durch Dörfer, an Flüssen entlang, durch Wälder hindurch. Im Winter das Ganze auch mit Schnee. Im Sommer auch mal in Sonnenuntergangsstimmung.
Außerdem trifft man im Auto (gehört man nicht gerade einer Mitfahrgelegenheit an) nicht so viele verschiedene Menschen. (Man muss mit denen aber nicht zwangsläufig reden, was bei der MFG meist unumgänglich ist.)
Kein Ort eignet sich besser um seine eigene kleine Sozialstudie durch zu führen. Menschen beobachten, Gespräche belauschen. Der Zug - das ideale Vermittlermedium.
Reaktionen auf negative Ansagen des Zugepersonals. der meckernde Herr mit 80er Jahre Gedächtnisfrisur der im Ruhewagon zur Ruhe mahnt. Nur um anschließend von ständigen Handygeklingel unterhalten zu werden. Was wäre das Leben ohne solche Szenen. Was sollte man sich erzählen, wie gerne ereifert man sich gemeinsam über andere Menschen.
Das soziale Leben würde wohl ohne Zugfahrten zum Stillstand kommen. Und sollte mal niemand interessantes im Zug sein, kann man sich immer noch über Zugpreise, Zugverspätungen oder Zugpersonal aufregen.

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